Die Kragejolle Esther-Johanne

 Esther-Johanne ist eine 1918 in Hobro gebaute Spitzgatter-Jolle mit Gaffeltakelage (auf Dänisch: Kragejolle). 

Sie ist Beweis für die großen handwerklichen Fähigkeiten des Schiffbaumeisters einer meistens unbekannten Werft auf dem Hafen der dänischen Kleinstadt Hobro. Ähnliche Geschichten gab es auch auf anderen, ebenfalls meist unbeschriebenen kleinen Werften entlang des Mariager Fjordes. 

Der Schiffsbaumeister war Theodor Frederik Harder, deren kleinen Werft südlich von Skibsgade (Schiffsstraße) direkt gegenüber dem Büro der Hobro Werft lag. Esther-Johanne war eine Bestellung des Direktors eines Holzhandelsgeschäfts in Hobro und sollte seine kleine Jolle, die er bis dahin fürs Segeln benutzt hatte, ersetzen.  

Zur Esther-Johanne gehören auch kleine ortsgeschichtliche Einblicke im frühen Sportsegeln auf dem Fjord, in der ersten vom Fischerverein organisierten Regatta bei Hobro 1912, in der Gründung des Hobro Segelvereins und in „der Brücke des Konsuls“ am Nedre Strandvej (Untere Strandstraße) in Hobro.

 

Kragejollen
Esther-Johanne

 Esther-Johanne ist eine 1918 in Hobro gebaute Spitzgatter-Jolle mit Gaffeltakelage (auf Dänisch: Kragejolle). 

Sie ist Beweis für die großen handwerklichen Fähigkeiten des Schiffbaumeisters einer meistens unbekannten Werft auf dem Hafen der dänischen Kleinstadt Hobro. Ähnliche Geschichten gab es auch auf anderen, ebenfalls meist unbeschriebenen kleinen Werften entlang des Mariager Fjordes. 

Der Schiffsbaumeister war Theodor Frederik Harder, deren kleinen Werft südlich von Skibsgade (Schiffsstraße) direkt gegenüber dem Büro der Hobro Werft lag. Esther-Johanne war eine Bestellung des Direktors eines Holzhandelsgeschäfts in Hobro und sollte seine kleine Jolle, die er bis dahin fürs Segeln benutzt hatte, ersetzen.  

Zur Esther-Johanne gehören auch kleine ortsgeschichtliche Einblicke im frühen Sportsegeln auf dem Fjord, in der ersten vom Fischerverein organisierten Regatta bei Hobro 1912, in der Gründung des Hobro Segelvereins und in „der Brücke des Konsuls“ am Nedre Strandvej (Untere Strandstraße) in Hobro.

 

 
 

Die Kragejolle ist ursprünglich ein traditionelles, kommerzielles Schiff – seetüchtig, manövrierfähig und mit geklinkerter Beplankung. Schon seit dem Anfang des Segelsports Mitte des 18. Jahrhundert wurde die Kragejolle auch als Sportboot genutzt. 

Mit der traditionellen Kragejolle als Vorbild entwickelten eine reihe von dänischen Bootsbauer im frühen 19. Jahrhunderts verschiedenen Spitzgatter, die zu Klassiker der dänischen Segelsportgeschichte wurden.  

Seit Dezember 2021 ist die nordische Klinkerbauweise immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Die Kragejolle ist ursprünglich ein traditionelles, kommerzielles Schiff – seetüchtig, manövrierfähig und mit geklinkerter Beplankung. Schon seit dem Anfang des Segelsports Mitte des 18. Jahrhundert wurde die Kragejolle auch als Sportboot genutzt. 

Mit der traditionellen Kragejolle als Vorbild entwickelten eine reihe von dänischen Bootsbauer im frühen 19. Jahrhunderts verschiedenen Spitzgatter, die zu Klassiker der dänischen Segelsportgeschichte wurden.  

Seit Dezember 2021 ist die nordische Klinkerbauweise immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Die Geschichte von Esther-Johannes

Der Schiffsbaumeister

Gaststätte Marienlund 

Esther-Johanne wurde von Schiffbaumeister Theodor Fredrik Harder in einer kleinen Bootsbauwerkstatt gebaut, die er im Garten des Gasthauses seiner Familie in Marienlund, südlich der Hobro-Werft, betrieb. 

Harder wurde in Marienlund geboren und wohnte dort bist er 1901 seine Lehre als Schiffszimmermann absolvierte. Es ist anzunehmen, dass er bei dem Schiffszimmermann V. Eriksen, Angestellter am Hafen von Hobro beschäftigt und zuständig für den Bau der neuen Slipanlage, in die Lehre ging. Als gelernter Schiffsbauer fuhr Harder auf langen Fahrten zur See und arbeitete anschließend auf der großen Kutterwerft von Nils Chr. Nilsen in Frederikshavn

Marienlund lag hinter der Werft, südlich von Skibsgade

Nach dem Tod seines Vater 1905 kehrte Harder zurück nach Hobro, um seiner Mutter mit dem Betrieb der Gaststätte zu helfen. Später etablierte er die kleine Bootsbauwerkstat im Garten der Gaststätte. Das erste zu uns bekannte Boot aus dieser Werkstatt ist „Knold“, 1912 gebaut. 1913 etablierte sich Harder als Schiffsbaumeister. Esther wurde das letzte Boot, das er in Hobro baute, 1918 zog er nämlich nach Randers, wo er sich mit einem größeren Werft auf dem Hafen etablierte. Bis 1964 war er auf der Werft tätig und lieferte Neubauten in allen Größen, von Frachtschiffen bis zu Jollen, von größeren Sportboote bis zu Kanus, und baute mehrere Boote für Segler aus Hobro.

Regattasegeln und Fischereifest

Mitte Juli 1912 berichtete die Hobroer Zeitung:

„„Von unseren Bürofenstern aus konnten wir gestern Nachmittag das Manöver des Schiffbauers Tommerup (jun.) im Hafen mit seinem neuen, hübschen Boot, das gestern zum ersten Mal unter Segeln war beobachten und es lief ganz ausgezeichnet.
Und in einem Garten am Hafen arbeitet der Schiffsbauer Harder jeden Abend ahard n einem neuen Boot, das er bis Sonntag fertig zu stellen hofft. Sie werden wahrscheinlich beide im Wettbewerb teilnehmen.“

– und am folgenden Tag:

Die Ergebnisse des 2. Rennens:
1.Pr. 1 großer Silberteller „Anna“, Tischler Weger, Kongsdal
2.Pr. 1 lille do.,“Knold“, Th. Harder, Hobro
3.Pr. 1 lille do., Lodsbaaden, Styrmand Sørensen, Als Odde
4.Pr. 1 lille do., „Ave“, Ingeniør N. Möller, Dania
5.Pr. 1 lille do., „Tulle“, Knud Nielsen, Blåkilde

Gaststätte Marienlund 

Esther-Johanne wurde von Schiffbaumeister Theodor Fredrik Harder in einer kleinen Bootsbauwerkstatt gebaut, die er im Garten des Gasthauses seiner Familie in Marienlund, südlich der Hobro-Werft, betrieb. 

Harder wurde in Marienlund geboren und wohnte dort bist er 1901 seine Lehre als Schiffszimmermann absolvierte. Es ist anzunehmen, dass er bei dem Schiffszimmermann V. Eriksen, Angestellter am Hafen von Hobro beschäftigt und zuständig für den Bau der neuen Slipanlage, in die Lehre ging. Als gelernter Schiffsbauer fuhr Harder auf langen Fahrten zur See und arbeitete anschließend auf der großen Kutterwerft von Nils Chr. Nilsen in Frederikshavn

Marienlund lag hinter der Werft, südlich von Skibsgade

Nach dem Tod seines Vater 1905 kehrte Harder zurück nach Hobro, um seiner Mutter mit dem Betrieb der Gaststätte zu helfen. Später etablierte er die kleine Bootsbauwerkstat im Garten der Gaststätte. Das erste zu uns bekannte Boot aus dieser Werkstatt ist „Knold“, 1912 gebaut. 1913 etablierte sich Harder als Schiffsbaumeister. Esther wurde das letzte Boot, das er in Hobro baute, 1918 zog er nämlich nach Randers, wo er sich mit einem größeren Werft auf dem Hafen etablierte. Bis 1964 war er auf der Werft tätig und lieferte Neubauten in allen Größen, von Frachtschiffen bis zu Jollen, von größeren Sportboote bis zu Kanus, und baute mehrere Boote für Segler aus Hobro.

Regattasegeln und Fischereifest

Mitte Juli 1912 berichtete die Hobroer Zeitung:

„„Von unseren Bürofenstern aus konnten wir gestern Nachmittag das Manöver des Schiffbauers Tommerup (jun.) im Hafen mit seinem neuen, hübschen Boot, das gestern zum ersten Mal unter Segeln war beobachten und es lief ganz ausgezeichnet.
Und in einem Garten am Hafen arbeitet der Schiffsbauer Harder jeden Abend ahard n einem neuen Boot, das er bis Sonntag fertig zu stellen hofft. Sie werden wahrscheinlich beide im Wettbewerb teilnehmen.“

– und am folgenden Tag:

Die Ergebnisse des 2. Rennens:
1.Pr. 1 großer Silberteller „Anna“, Tischler Weger, Kongsdal
2.Pr. 1 lille do.,“Knold“, Th. Harder, Hobro
3.Pr. 1 lille do., Lodsbaaden, Styrmand Sørensen, Als Odde
4.Pr. 1 lille do., „Ave“, Ingeniør N. Möller, Dania
5.Pr. 1 lille do., „Tulle“, Knud Nielsen, Blåkilde

Technische Zeichnungen von Esther 

 

Vermessen 1970 vom Segelschulelschüler Per Jacobsen. 

Geklinkte Boote werden als Rohbau auf Augenmaß, ”auf einer Klampe”, oder über Schablonen gebaut. Anschließend werden die Spanten im fertigen Rohbau eingesetzt.

Technische Zeichnungen von Esther 

Vermessen 1970 vom Segelschulelschüler Per Jacobsen.. 

Geklinkte Boote werden als Rohbau auf Augenmaß, ”auf einer Klampe”, oder über Schablonen gebaut. Anschließend werden die Spanten im fertigen Rohbau eingesetzt.

1919

Vicekonsul
Jens Christian Jensen

1939

Sejlklubben Fjorden i Randers

1967

Aarhus, med et nyt navn: Johanne

1971

Bådfællesskab

2001

Nye ejere –
Johanne på land.

2020

Bådelauget
Esther-Johanne

Ejerne

Den første ejer af Harders nybygning var vicekonsul Jens Christian Jensen, direktøren for Hobro Tømmerhandel, i daglig tale „Konsulen”. Chr. Jensen dyrkede allerede lystsejlads fra Hobro i en lille sprydstagsrigget jolle. Den blev med overtagelsen af nybygningen udskiftet med den større og mere familievenlige båd, som blev opkaldt efter hans etårige datter Bodil Esther. 

I sejlsæsonen lå Esther sammen med de øvrige lystbåde fra Hobro for anker på fjorden nord for havnen. Om vinteren stod Esther i en træhal med egen ophalervogn og spor til vandet, lige indenfor anløbsbroen til traktørstedet Jenle på nordsiden af fjorden. Anløbsbroen eksisterer endnu som ”Konsulens Bro”. Chr. Jensen var med Esther med ved stiftelsen af Hobro Sejlklub i 1935. I 1939 fik han bygget en Jan Utzon konstrueret ketch på Harders værft i Randers. Esther blev solgt til Sejlklubben Fjorden i Randers. 

I Randers sejlede Esther som øvelsesfartøj for Sejlklubben Fjorden med pige- eller drengebesætninger hver for sig. Den vedblev med at komme på Mariager Fjord, især som frygtet deltager i de årlige pinsekapsejladser ved Hadsund. 

I 1967 blev Esther solgt til Århus og navnet blev efter den nye ejers datter ændret til Johanne. Johanne fik klyverbom og den oprindelige gynterrig blev ændret til gaffelrig med topsejl på løs stage.

Ejeren Hans Schneider stillede båden til rådighed for ungdomsarbejdet i Sejlklubben Bugten og Århus Sejlklub. 

I 1971 blev Johanne igen solgt og overtaget af et bådfællesskab, der med hyppigt skiftende parthavere sejlede meget. I 2001 blev den taget på land og sat under tag for en større istandsættelse af det næsten 80 år gamle skrog. Den planlagte istandsættelse gik imidlertid i stå og under det langvarige ophold på land fortsatte forfaldet.

Die Besitzer

1919

Vicekonsul Jens Christian Jensen, Hobro

Der erste Besitzer Harders neugebauten Bootes war vizekonsul Jens Christian Jensen, der Direktor des Hobroer Holzhandels, umgangssprachlich ‚der Konsul‘ gennant. Chr. Jensen betrieb bereits Sportsegeln von Hobro aus mit einer kleinen Jolle. Diese wurde durch das größere und familienfreundlichere Boot ersetzt, das nach seiner einjährigen Tochter Bodil Esther benannt wurde.

Während der Segelsaison lag Esther zusammen mit den anderen Segelbooten aus Hobro im Fjord nördlich des Hafens vor Anker. Im Winter stand Esther in einem Holzschuppen, der eigenen Aufzug und Gleis zum Wasser hatte, direkt an dem Steg des Gaststättes „Jenle“ auf der Nordseite des Fjordes. Dieser Steg existiert als „Brücke des Konsuls“ zu heutigen Zeit immer noch.

Chr. Jensen war mit Esther bei der Gründung des Hobro Sailing Club im Jahr 1935 dabei. Im Jahr 1939 ließ er auf der Harders-Werft in Randers eine von Jan Utzon entworfene Ketsch bauen. Esther wurde an den Seglverein Fjorden in Randers verkauft.

1939

Der Segelverein Fjorden, Randers

In Randers segelte Esther als Ausbildungsschiff für den Segelverein Fjorden. Übungen und Touren wurde mit Mädchen- oder Jungen-mannschaft getrennt durchgeführt. Esther kam weiterhin auf den Mariager Fjord und war eine gefürchtete Teilnehmerin an der jährlichen Pfingsten-Regatta bei Hadsund.

1967

Hans Schneider, Aarhus

Im Jahr 1967 wurde Esther nach Aarhus verkauft. Sie wurde nach dem Name des neuen Besitzer in Johanne umbenannt. Johanne bekam ein Klüverbaum und die ursprüngliche „Gynter-Takelung“ wurde in eine Gaffel-Takelung mit Topsegel auf loser Stage umgebaut..

Eigentümer Hans Schneider stellte das Boot für die Jugendarbeit in den Segelvereinen Bugten und Århus Sejlklub zur Verfügung.

1971

Wechselnde Boots-gemeinschaften, Aarhus

1971 wurde Johanne wieder verkauft und von einer Bootsgemeinschaft, die mit häufig wechselnden Partnern viel segelte, übernommen. Im Jahr 2001 wurde das Boot für eine umfassende Restaurierung des fast 80 Jahre alten Rumpfes ans Land und unter Dach gebracht. Die geplante Restaurierung kam aber zum Stillstand und während des langen Aufenthalts auf Land schritt der Verfall Johannes weiter vor.

2019

Die Rettung

Während der Vorbereitungen für die Einrichtung des Maritimes Kulturzentrum Mariagerfjord ist eine Gruppe ehemaliger Besitzer und Nutzer von Johanne auf die Idee gekommen, sie nach Hobro zurückzubringen und ihre Restaurierung mit in die Präsentation des traditionellen Holzschiffbaus des maritimen Kulturzentrums einzuarbeiten. Am 17. Januar 2019 wurde Johanne erfolgreich übernommen. Am 7. Februar 2020 kehrte Esther-Johanne über Landstraße nach Hobro zurück.

2020

Der Bootsverein Esther-Johanne, Hobro

Am 24. Oktober 2019 wurde der Bootsverein Esther-Johanne in Skibstømrerhuset (Schiffszimmermannshaus) in Hobro mit 22 Teilnehmern, darunter mehrere ehemalige Besitzer von Esther bzw Johanne sowie Gasten aus der Zeit in Randers und Aarhus.

An der ersten Vorstandsversammlung des Vereins am 25. Februar übergaben die Käufer Johanne an den Verein, und es wurde beschlossen, dass der Name fortan Esther-Johanne lautet.

Esther-Johannes ejere

Den første ejer af Harders nybygning var vicekonsul Jens Christian Jensen, direktøren for Hobro Tømmerhandel, i daglig tale „Konsulen”. Chr. Jensen dyrkede allerede lystsejlads fra Hobro i en lille sprydstagsrigget jolle. Den blev med overtagelsen af nybygningen udskiftet med den større og mere familievenlige båd, som blev opkaldt efter hans etårige datter Bodil Esther. 

I sejlsæsonen lå Esther sammen med de øvrige lystbåde fra Hobro for anker på fjorden nord for havnen. Om vinteren stod Esther i en træhal med egen ophalervogn og spor til vandet, lige indenfor anløbsbroen til traktørstedet Jenle på nordsiden af fjorden. Anløbsbroen eksisterer endnu som ”Konsulens Bro”. Chr. Jensen var med Esther med ved stiftelsen af Hobro Sejlklub i 1935. I 1939 fik han bygget en Jan Utzon konstrueret ketch på Harders værft i Randers. Esther blev solgt til Sejlklubben Fjorden i Randers. 

I Randers sejlede Esther som øvelsesfartøj for Sejlklubben Fjorden med pige- eller drengebesætninger hver for sig. Den vedblev med at komme på Mariager Fjord, især som frygtet deltager i de årlige pinsekapsejladser ved Hadsund. 

I 1967 blev Esther solgt til Århus og navnet blev efter den nye ejers datter ændret til Johanne. Johanne fik klyverbom og den oprindelige gynterrig blev ændret til gaffelrig med topsejl på løs stage.

Ejeren Hans Schneider stillede båden til rådighed for ungdomsarbejdet i Sejlklubben Bugten og Århus Sejlklub. 

I 1971 blev Johanne igen solgt og overtaget af et bådfællesskab, der med hyppigt skiftende parthavere sejlede meget. I 2001 blev den taget på land og sat under tag for en større istandsættelse af det næsten 80 år gamle skrog. Den planlagte istandsættelse gik imidlertid i stå og under det langvarige ophold på land fortsatte forfaldet.

1919

Vicekonsul
Jens Christian Jensen

1939

Sejlklubben Fjorden i Randers

1967

Aarhus, med et nyt navn: Johanne

1971

Bådfællesskab

2001

Nye ejere –
Johanne på land.

2020

Bådelauget
Esther-Johanne